Wie funktioniert Soundpainting?

Ein vitales Soundpainting setzt das fließende Verstehen und "Sprechen" dieser Zeichensprache voraus. Ähnlich einer gesprochenen Sprache folgt Soundpainting deshalb einem eindeutig festgelegten Satzbau. So besteht jeder Soundpainting-Satz aus den Bausteinen WHO, WHAT, HOW und WHEN (Wer, Was, Wie & Wann).

 

Die Zeichen sind hierbei in zwei grundlegende Kategorien unterteilt:

 

Formende Gesten und Funktions-Signale.

 

Die Formenden Gesten zeigen an, Welches Material (What) verwendet wird und Wie (How) es ausgeführt werden soll. Die Funktions-Signale bestimmen Wer (Who) dies Wann (When) tun soll. Die Wie-Gesten finden hierbei nicht immer Anwendung: Beispielsweise kann der Soundpainter anzeigen: Gesamte Gruppe, Langer Ton, Spielt (Whole Group, Long Tone, Play). Ohne Wie-Geste wählt der ausführende Künstler die Qualität und Dynamik des Materials selbstständig.

 

Die Soundpainting-Syntax ist wiederum in sechs Unterkategorien geteilt:

 

1. Identifikator-Gesten (funktionale Kategorie):

Diese zeigen an, Wer etwas ausführen soll, so z.B. Die Gesamte Gruppe, Holzbläser, Blechbläser, Sänger, Tänzer, Gruppe 1, der Rest der Gruppe...

 

2. Inhalts-Gesten (formende Kategorie):

Was wird ausgeführt, bspw. ein Langer Ton, Pointillism, Minimalism...

 

3. Modifikatoren / Regler-Gesten (formende Kategorie) :

Wie soll das Material ausgeführt werden, bspw. Leise (Volume Fader), Schnell (Tempo Fader), hoch/tief (Level Fader)...

 

4. Start-Gesten (funktionale Kategorie):

Wann beginnt und endet ein Einsatz, bspw. Sofort (Play), innerhalb von 5 Sekunden (Enter Slowly)...

In manchen Fällen soll auch ein Inhalt gewechselt werden, wie beim Snapshot oder im Launch Mode.

 

5. Spielweise / Modus (formende Kategorie):

Es gibt bestimmte Gesten, bei denen das Ensemble auf die exakten Körperbewegungen des Soundpainters im Moment der Bewegung reagiert, bspw. Scanning, Point-to-Point und Launch Mode.

 

6. Paletten (formende Kategorie):

Diese sind Inhalts-Gesten und zeigen komponiertes oder im Vorfeld geprobtes Material oder eine zuvor festgelegte Spielweise an.

 

Eine vollständige Einführung in die Soundpainting-Methode erhalten Sie bei erfahrenen SoundpainterInnen (siehe Links) oder ordern Sie die von Walter Thompson publizierten Workbooks (externer Link).