Pädagogik

 

Vom Vorschul- bis zum Renten-Alter...

Soundpainting bietet allen Lernenden einen Zugang, unabhängig vom Alter, Ausbildungsstand und künstlerischen Stil. Durch die bewussten Anweisungen des Soundpainters wird jedem Ensemblemitglied die Gelegenheit eröffnet, konstruktiv am kreativen Prozess teilzunehmen und durch individuelle Entscheidungen zum Gesamtergebnis beizutragen. Hierzu sind keine vorausgehenden Improvisationserfahrungen notwendig. Jedes Ensemblemitglied interpretiert die Gesten mit seinen individuellen Fähigkeiten, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, Liebhaber oder Profimusiker, Kind oder Erwachsener.

 

Die Verbindung der Künste...

Soundpainting verbindet die verschiedenen Kunstrichtungen miteinander und ermöglicht es Instrumentalisten, Sängern, Tänzern, Schauspielern und Visuellen Künstlern gemeinsam und gleichberechtigt in einem Ensemble zu agieren und ihre individuellen Fähigkeiten in die Gruppe einzubringen. In einem multidisziplinären Ensemble wird die Kreativität jedes Einzelnen u.a. dadurch angeregt ein entstandenes Ergebnis auf seine eigene Disziplin zu übertragen, bspw. eine Bewegung mit Musik zu interpretieren, einen gesprochenen Satz auf dem Klavier zu spielen, auf Lichtspiele mit Gesang zu reagieren...

 

Keine Angst vor "falschen Tönen"...

Beim Soundpainting passieren den Ausführenden keine "Fehler" im klassischen Sinne, da viele Gesten eine improvisierte Beantwortung verlangen und kein vordefiniertes Ergebnis einfordern. Hierdurch wird experimentelles Lernen möglich.

Auch die falsche Interpretation einer Geste (ein Langer Ton wird angezeigt, gespielt wird aber versehentlich bspw. Pointillism) wird nicht als Fehler, sondern als ungeplantes Resultat verstanden. Sollte ein Ensemblemitglied eine Geste einmal inkorrekt interpretieren, so hat es musikalisch eine stärkere Wirkung mit dieser "falschen" Ausführung fortzufahren, anstatt sich eigenständig zu korrigieren, da der Soundpainter auf den vermeintlichen "Fehler" eingehen und diesen in die Komposition integrieren kann, sodass sie eventuell in eine andere, ungeplante Richtung führt.

Es gibt auch Ensemble-Gesten für den Fall, dass ein Mitglied eine Geste des Soundpainters einmal  nicht verstehen oder ausführen können sollte. 

 

Wachsamkeit & Konzentration...

Soundpainting fördert die Aufmerksamkeit, da kein Ensemblemitglied im Vorfeld weiß, welche Geste der Vorausgegangenen folgt. Die Herausforderung liegt u.a. darin eine Geste zu interpretieren/auszuführen und gleichzeitig den weiteren Anweisungen des Soundpainters zu folgen, da sich die Live-Komposition stetig fortbewegt.

 

Einzeln & gemeinsam...

Soundpainting besteht aus Einzel- und Ensembleleistungen. Einzelne Mitglieder können solistisch hervortreten und den Kompositionsverlauf eigenständig beeinflussen. Bei einer solistischen Leistung sind die augenscheinlich ruhenden Mitspieler stets zum Mitverfolgen der Komposition aufgefordert, um bspw. die solistischen Beiträge weiterzuentwickeln, um sie um eine weitere Stimme zu ergänzen, eine Begleitung zu spielen, einen Kontrast zu schaffen...

 

Ein Wechselspiel...

Soundpainting ermöglicht es theoretisch allen Lernenden die Ensembleleitung zu übernehmen, da sich alle Mitglieder die für ein flüssiges Soundpainting notwendigen Sprachkompetenzen aneignen. So gehört zum pädagogischen Ansatz nicht nur die Interpretation der Gesten sondern auch die Ausführung durch die einzelnen Mitglieder. Hierdurch kann ein Soundpainting auch gleichberechtigt bspw. von Kindern übernommen und durchgeführt werden.

 

Eine internationale Sprache...

Soundpainting wird mittlerweile in zahlreichen Ländern der Erde gelehrt, sowohl an öffentlichen als auch an privaten Schulen und durch renommierte Organisationen unterstützt und ausgeführt (Ulster-Greene Association for Retarded Citizens in Kingston, NY; Bellevue Hospital in New York City). Um einen einheitlichen Standard bei der Verbreitung von Soundpainting zu gewährleisten, entwickelte Walter Thompson die Soundpainting Workbooks sowie ein Zertifizierungsprogramm (siehe Zertifizierung).